Klassenstrukturen an der AGS

Die August-Gaul-Schule unterteilt die Grundschullaufbahn in zwei Stufen:

- den Flexiblen Schulanfang (FLEX), der den Übergang vom Kindergartenkind zum Grundschulkind darstellt

- und den Baustein 3/4, der den Übergang vom Schulkind zu den Weiterführenden Schulen bildet

Flexibler Schulanfang (FLEX)

Was ist FLEX?

Wie funktioniert Unterricht in dieser gemischten Klasse?

Mein Kind hat keine Schwierigkeiten. Wird es trotzdem angemessen gefördert?

Was können die Kinder nach der FLEX?

Wie erfahren die Eltern, welchen Leistungsstand das Kind hat?

Erfahrungswerte (mit Links)

Wie gehts nach der FLEX weiter?

 

Was ist FLEX?

FLEX bezeichnet liebevoll unseren Flexiblen Schulanfang.

Kinder gehen erst dann in das dritte Schuljahr, wenn sie die Lerninhalte hierfür sicher erreicht haben. Das kann nach einem Jahr der Fall sein, nach zwei oder nach drei. Das dritte Jahr wird allerdings nicht auf die Schulbesuchszeit angerechnet, das Kind erhält keine Nachteile durch diese "Entspannung".

Die Kinder arbeiten in diesem System jahrgangsübergreifend von Schuleintritt bis zum Erreichen der dritten Klasse.

 

 Wie funktioniert der Unterricht in dieser gemischten Klasse?

Die Kinder arbeiten mit Lehrwerken, die der Jahrgangsstufe oder den Fähigkeiten des Kindes zugeordnet werden. In eigenem Tempo bearbeitet das Kind die Lerninhalte. Alle Kinder bearbeiten verbindliche Aufgaben und zudem freiwillige Aufgaben. So kann ebenfalls gesteuert werden, dass sowohl an langsameren oder auch schnelleren Kindern angemessene Anforderungen gestellt werden. Die Lehrerinnen begleiten die Kinder durch Erklärungen, Hilfen oder Führung. Häufig verläuft dies individuell oder in Kleingruppen. Gemeinsame Rituale sichern allerdings darüber hinaus die Klassengemeinschaft und das Regelbewusstsein.

 

Mein Kind hat keine Schwierigkeiten. Wird es trotzdem angemessen gefördert?

Nicht nur die Schwächeren profitieren von dem flexiblen System. Stärkere Kinder werden natürlich nicht ausgebremst, sondern erhalten Inhalte, die für den jeweiligen Leistungsstand angemessen sind. So besteht z.B. die Gelegenheit Referate zu halten, Erlerntes zu präsentieren oder auch Aufgaben aus den Bereichen der dritten Klasse zu bearbeiten.

 

Was können die Kinder nach der FLEX?

Die Konferenzen haben sich auf Minimallernziele für die Jahrgangsstufen geeinigt. Sie orientieren sich an den Bildungsstandards für die Grundschule. Das heißt es gibt einen Konsens über die Voraussetzungen, um die dritte Klasse besuchen zu können. Diese werden in den Flex-Klassen erarbeitet, erst die Ziele der ersten Klasse und darauf aufbauend die Ziele der zweiten Klasse.

 

Wie erfahren die Eltern, welchen Leistungsstand das Kind hat?

Wenn nicht mehr alles im Gleichschritt läuft, ist es für Eltern häufig schwer, sich zu orientieren, ob der Lernweg des eigenen Kindes in geregelten Bahnen läuft. Vielleicht kann ein Kind der ersten Stufe schon prima Lesen, während das andere noch "holpert", aber schon flüssig schreibt. Die FLEX lässt diese Unterschiede zu, mit dem Blick darauf, dass am Ende der Zeit alle Voraussetzungen für die dritte Klasse erfüllt sein müssen.

Eltern werden über den individuellen Lernfortschritt ihres Kindes halbjährlich über so genannte Entwicklungsgespräche informiert. Aber darüber hinaus finden Elterngespräche statt, in denen Fragen geklärt und Unsicherheiten beseitigt werden können.

ALSO: Fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist!!!

 

Erfahrungswerte

Die flexible Schuleingangsphase ist in Deutschland nichts Neues. Allerdings erobert diese Form erst langsam den Main-Kinzig-Kreis. In anderen Bundesländern existieren bereits Erfahrungswerte, die unsere Entscheidung beeinflusst haben.

 

Hier einige beispielhafte Rückmeldungen und Erfahrungsberichte

http://www.dagmarwilde.de/saph/flexschulanfang_erfahrungen.html

http://www.grundschulpaedagogik.uni-bremen.de/forschung/thueringen/vseph_projektbeschreibung.html

 

Auch auf der anderen Mainseite, in Hainburg,  wird seit fast zehn Jahren auf diese Weise gearbeitet. Wir profitieren sehr von diesen Erfahrungen und danken herzlich für die Unterstützung. Weiterhin pflegen wir Kontakte zu anderen jahrgangsgemischt arbeitenden Schulen, wie die Montessorischule MKK in Linsengericht und der Montessoricampus Friedberg.

 

Unsere Erfahrungen zeigen jetzt schon:

Schwächere Kinder haben weniger das Gefühl "verkehrt" zu sein

Stärkere Kinder liegen -allgemein oder fachabhängig- weit über den zu erreichenden Voraussetzungen für die dritte Klasse.

Die meisten Kinder können ihre Arbeit sehr gut organisieren und strukturieren

Die Kinder sind verantwortungsbewusst und an ihrem eigenen Lernen interessiert

Die Kinder entwickelten sehr schnell ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein

Die Gemeinschaft in den Flex-Klassen ist von großer Toleranz und Rücksichtnahme geprägt.

 

Wie gehts nach der FLEX weiter

Nach der FLEX besuchen alle Kinder, die das Lernziel der zweiten Klasse erreicht haben, gemeinsam die dritte Jahrgangsstufe. Hier wird nun häufiger an gemeinsamen Themen gearbeitet. Traditionelle Lehrwerke nehmen mehr Raum ein. Gemeinsame Klassenarbeiten werden geschrieben und die Kinder werden auf Ziffernnoten vorbereitet. Die Klassen 3 und 4 bahnen somit langsam einen Übergang zur weiterführenden Schule an. Sie finden im jahrgangshomogenen Klassenverband statt. 

 

Gerne klären wir Fragen oder lassen Sie in die Unterrichtssituation hineinschnuppern...

3.Jahrgangsstufe

Mit dem Übergang in die 3.Klasse betreten die Kinder, die aus der jahrgangsgemischten Schuleingangsphase kommen, ein neues Feld. 

Alle Kinder, die am Jahresende die Lernziele der 2.Klasse erreicht haben, werden in zwei jahrgangsgleiche 3. Klassen eingeteilt. Die Lehrer achten bei der Klassenzusammensetzung auf verschiedene Faktoren. Darunter fallen zum Beispiel der Leistungsstand, soziale Kontakte sowie ein angestrebtes ausgewogenes Verhältnis von Jungen und Mädchen. Um wieder zu einer neuen Klassengemeinschaft zusammenzufinden, ist unter anderem eine Klassenfahrt vorgesehen.

Der Unterricht basiert in den Fächern Deutsch und Mathematik großteils auf Lehrwerken. Leistungserziehung ist wichtiges Element in dieser Übergangsphase. Die Schülerinnen und Schüler erhalten erstmals Noten und schreiben bewertete Klassenarbeiten. Wir achten auf eine ausgewogene Balance zwischen fächerübergreifenden und fachgebundenem Unterricht. An den überfachlichen Kompetenzen der jahrgangsgemischten Zeit knüpft diese Jahrgangsstufe an. Aufgrund weiterer Anforderungen in den einzelnen Fachbereichen, z.B. in Englisch oder in Sport, unterrichten neben den Klassenlehrerinnen auch Fachlehrerinnen in der Klasse.

4.Jahrgangsstufe

Die Erfahrung des letzten Jahres hat gezeigt, dass die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der 4.Klasse wieder zu einer stabilen Klassengemeinschaft gefunden haben.

In der vierten Klasse ist ein Hauptfach ausgelagert, d.h. wird nicht vom Klassenlehrer unterrichtet. Einige Nebenfächer werden von Fachlehrerinnen unterrichtet. In Hinblick auf den Übergang in die weiterführende Schule, besprechen wir Anforderungen und Erwartungen an die Leistungen und das Verhalten der Kinder transparent. Selbstgesteuertes Lernen ist zentrales Element.